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Eine Frau überprüft ihren Blutdruck mit einem Blutdruckmessgerät. Erkennbar ist ihr Arm sowie das Gerät. Blick von oben.

Schwangerschaft belastet das Herz-Kreislauf-System und Bluthochdruck erhöht das spätere Risiko für Herzkrankheiten. © Ake Ngiamsanguan / iStock / Getty Images Plus

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Präeklampsie: Bluthochdruck in der Schwangerschaft erhöht späteres Herzrisiko

Wie der Körper einer Frau auf eine Schwangerschaft reagiert, kann ein Hinweis auf ihre spätere Herzgesundheit sein. Verläuft dieser natürliche Belastungstest ohne größere Komplikationen, stehen die Chancen gut, auch langfristig ein gesundes Herz-Kreislauf-System zu behalten. Treten dagegen während der Schwangerschaft Bluthochdruck oder sogar eine Präeklampsie auf, gilt dies als wichtiges Warnsignal – und als Anlass, Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und den eigenen Lebensstil anzupassen.

Anlässlich des Welt-Präeklampsie-Tages am 22. Mai 2026 rücken die Deutsche Hochdruckliga (DHL) und der Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte e. V. (BVF) hypertensive Erkrankungen in der Schwangerschaft in den Fokus. Ihre gemeinsame Botschaft: Schwangere mit Bluthochdruck sollten konsequent behandelt und engmaschig betreut werden.

Bluthochdruck in der Schwangerschaft

Für den Körper einer Frau ist eine Schwangerschaft mit einer dauerhaften Ausdauerbelastung vergleichbar: Sie wirkt wie ein natürlicher Belastungstest für das Herz-Kreislauf-System. Bluthochdruck in dieser Phase ist daher ein wichtiges Warnsignal. Liegen die Blutdruckwerte dauerhaft über 140/90 mmHg, empfehlen aktuelle Leitlinien eine medikamentöse Behandlung.

Frauen mit dieser Vorgeschichte haben später im Leben ein zwei- bis siebenfach erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzschwäche, verengte Herzkranzgefäße oder Schlaganfälle. Die Erkenntnisse aus der Schwangerschaft liefern damit einen wichtigen Baustein für die langfristige Gesundheitsvorsorge.

Präeklampsie erkennen

„Bluthochdruck betrifft etwa fünf bis zehn Prozent aller Schwangeren und erhöht das Risiko für eine Präeklampsie deutlich“, sagt Prof. Dr. med. Markus van der Giet, Internist, Nephrologe und Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga. Präeklampsie ist eine Erkrankung der Schwangerschaft, bei der die Mutter hohen Blutdruck entwickelt und Organe wie Nieren oder Leber belastet werden.

Sie tritt meist nach der 20. Schwangerschaftswoche auf und kann für Mutter und Kind gefährlich werden. „Wird der Blutdruck frühzeitig erkannt und konsequent behandelt, lassen sich Komplikationen deutlich reduzieren“, so van der Giet.

Vorsorge in der Schwangerschaft

Auch Dr. Jochen Frenzel, niedergelassener Frauenarzt, Pränataldiagnostiker und Vorstandsmitglied des BVF, betont die Bedeutung einer frühzeitigen Diagnose: „Präeklampsie ist eine ernstzunehmende Multiorganerkrankung. Wird sie zu spät erkannt, kann sie schwerwiegende Folgen für Mutter und Kind haben.“ Häufig entwickle sich die Erkrankung zunächst unauffällig.

Erste Symptome würden nicht selten mit normalen Schwangerschaftsbeschwerden verwechselt. „Umso wichtiger sind die Vorsorgeuntersuchungen im ersten Schwangerschaftsdrittel und eine kontinuierliche Betreuung während der gesamten Schwangerschaft.“

Nachsorge nach Präeklampsie

Die Deutsche Hochdruckliga und der BVF empfehlen Frauen nach einer Präeklampsie die Nutzung eines speziellen „Nachsorgepasses“ (Link siehe „Quellen und weitere Informationen“). Darin werden kardiovaskuläre Risikofaktoren erläutert und Hinweise zur langfristigen Risikoreduktion gegeben – etwa zu gesundem Körpergewicht, Stilldauer oder regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen. Ergänzt wird der Pass durch einen Zeitplan für empfohlene Gesundheits- und Blutuntersuchungen.

Grundsätzlich raten die Deutsche Hochdruckliga und der BVF Schwangeren mit erhöhten Blutdruckwerten zu regelmäßigen Kontrollen in der gynäkologischen Praxis. Eine kontinuierliche Betreuung sei entscheidend, da sich mögliche Folgeschäden häufig schleichend entwickeln.

Quelle: Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® – Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention


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