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Ultraschallgerät am Hals einer Frau.

Ultraschall verursacht im Vergleich zu CT und MRT deutlich weniger CO₂ und gilt als klimafreundliches bildgebendes Verfahren. © zilli / iStock / Getty Images Plus

Nachhaltigkeit: Das umweltfreundlichste bildgebende Verfahren ist Ultraschall

Bildgebende Verfahren sind unverzichtbar für moderne Diagnostik – doch ihr Energieverbrauch und CO₂-Ausstoß unterscheiden sich erheblich. Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) empfiehlt, ökologische Kriterien künftig stärker in medizinische Leitlinien und bei der Wahl bildgebender Verfahren einzubeziehen. Im Editorial der aktuell erschienenen Fachzeitschrift Ultraschall in der Medizin betonen die Autoren, dass Ultraschall nicht nur strahlenfrei, kosteneffizient und überall verfügbar ist, sondern auch das umweltfreundlichste bildgebende Verfahren darstellt.

Damit nimmt die Sonografie eine zentrale Rolle im Konzept des sogenannten Green Medical Imaging ein – einer ökologisch nachhaltigen medizinischen Bildgebung.

Umweltbilanz variiert deutlich

Eine Magnetresonanztomografie (MRT) geht Schätzungen zu Folge mit einem Gesamt-Ausstoß von bis zu 20 Kilogramm CO₂ pro Untersuchung einher. Bei der Computertomografie (CT) liegt dieser Wert bei rund 6,6 Kilogramm CO₂. Eine Ultraschalluntersuchung hingegen kommt mit lediglich etwa 0,5 bis 0,65 Kilogramm CO₂ aus – also rund dreißigmal weniger als eine MRT. Dies zeigen aktuelle Daten, die im Editorial der aktuell erschienenen Fachzeitschrift Ultraschall in der Medizin präsentiert werden.

„Ultraschall ist ein echtes ‚Green Imaging‘-Verfahren, das wertvolle klinische Informationen in Echtzeit liefert, aber nur einen Bruchteil der Energie von CT oder MRT benötigt“, bilanziert Professor Dr. med. Thomas Karlas, gemeinsam mit Dr. med. Valentin Blank und Professor Dr. med. Deike Strobl, Autor des Editorials und Leiter der DEGUM-Sektion Innere Medizin. „Damit ist die Sonografie nicht nur ein schonendes Verfahren für Patientinnen und Patienten, sondern auch ein wichtiger Beitrag für den Klimaschutz im Gesundheitswesen.“

Signifikant geringerer CO₂-Fußabdruck

Auch in der Geräteproduktion, Wartung und Entsorgung schneidet der Ultraschall deutlich besser ab als andere bildgebende Verfahren. Die Methode benötigt weder Edelgase noch Hochenergie-Kühlsysteme und kommt ohne Jod- oder Gadolinium-haltige Kontrastmittel aus.

„Der ökologische Vorteil des Ultraschallgerätes zeigt sich über dessen gesamten Lebenszyklus – von der Herstellung über die Anwendung bis hin zur Entsorgung“, erklärt Karlas. „In Zeiten, in denen das Gesundheitswesen selbst rund 4,4 Prozent der globalen CO₂-Emissionen verursacht, ist der breite Einsatz der Ultraschalltechnologie eine enorme Chance.“

Klimaschutz & Versorgungsqualität

Neben seiner Umweltbilanz punktet der Ultraschall auch strukturell: Die Geräte sind mobil und nahezu überall einsetzbar, sodass Patiententransporte reduziert und Wartezeiten deutlich verkürzt werden können. Besonders in Notaufnahmen und der hausärztlichen Versorgung trägt die Sonografie zu einer ressourcenschonenden, patientennahen Diagnostik bei. „Ultraschall erfüllt in vielen Fällen genau das, was moderne Medizin braucht: Eine zielgerichtete Bildgebung, effizient und klimafreundlich – ohne Abstriche bei der diagnostischen Qualität“, so Karlas.

Die DEGUM fordert deshalb, ökologische Kriterien künftig stärker in medizinische Leitlinien und Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Auch in der Ausbildung und Weiterbildung will die Fachgesellschaft das Bewusstsein für Nachhaltigkeit stärken. „Die ökologische Verantwortung des Gesundheitswesens beginnt bei jeder einzelnen Diagnostikentscheidung“, sagt Karlas. „Der gezielte Einsatz von Ultraschall ermöglicht eine hochwertige, sichere und nachhaltige Medizin.“

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)


Originalpublikation: Valentin Blank et al.; “Green Medical Imaging” – Ultrasound rediscovered as a resource-saving future technology in clinical imaging; Ultraschall in der Medizin, Dezember 2025, DOI: 10.1055/a-2702-5692


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