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Kombiniertes MRT-CT-Verfahren in der Entwicklung

,Oftmals ist der Leberkrebs so weit fortgeschritten, dass eine chirurgische Entfernung nicht mehr möglich ist und stattdessen u.a. Bildgebungsverfahren zum Einsatz kommen. © Darunechka / iStock / Getty Images Plus

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Präzisere minimalinvasive Eingriffe: Kombiniertes MRT-CT-Verfahren in der Entwicklung

Ein Team des Universitätsklinikums Freiburg und der Siemens Healthineers forscht an einem neuartigen Bildgebungsverfahren zur präziseren Behandlung von Leberkrebs. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert mit mehr als 3,3 Millionen Euro über drei Jahre das Verbundprojekt.

In dem Projekt wird die Magnetresonanztomografie (MRT), die derzeit überwiegend in der Diagnostik zum Einsatz kommt, für die besonderen Anforderungen der interventionellen Radiologie und für die Kombination mit Röntgenbildgebung angepasst. Forscher*innen arbeiten dafür an einem neuartigen Verfahren, das die minimalinvasiven radiologischen Behandlungen von Tumoren und Metastasen in der Leber präziser und schonender machen soll.

Chirurgische Entfernung nicht mehr möglich

Oftmals ist der Leberbefall so weit fortgeschritten, dass eine chirurgische Entfernung nicht mehr möglich ist und stattdessen bildgestützte, lokale Therapieverfahren wie Erhitzen, Erfrieren oder eine lokale Katheter-gesteuerte Applikation von Medikamenten zum Einsatz kommen. Um diese Eingriffe noch präziser durchführen zu können, werden bei dem neuen multimodalen Bildgebungsverfahren unterschiedliche Formen von Weichgeweben per MRT dargestellt, so dass eine gezielte Unterscheidung zwischen Tumorgewebe und gesundem Gewebe während des Eingriffes ermöglichen wird.

Die Röntgenaufnahmen hingegen können harte Strukturen wie medizinische Instrumente hochaufgelöst darstellen und so eine feine Steuerung dieser Instrumente zum Ort der Therapie ermöglichen. Das Projekt wurde mit einem gemeinsamen Treffen der Projektteams bei Siemens Healthineers in Forchheim kürzlich offiziell gestartet.

Hochpräzise Eingriffe ermöglichen

„Mit der Kombination von Röntgen und MRT wollen wir hochpräzise Eingriffe ermöglichen, zunächst bei Leberkrebs. Zukünftig könnte diese kombinierte Bildgebung für medizinische Eingriffe anderer Körperregionen vorteilhaft eingesetzt werden, bei denen medizinische Instrumente unter Bildkontrolle in Weichgewebe gesteuert werden müssen“, sagt Prof. Dr. Maxim Zaitsev, Forschungsgruppenleiter in der Medizin Physik an der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des Universitätsklinikums Freiburg, der das Projekt gemeinsam mit Dr. Maximilian Russe, Oberarzt an der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des Universitätsklinikums Freiburg, und Prof. Dr. Rebecca Fahrig, Leiterin der Innovation Advanced Therapies bei Siemens Healthineers, entwickelt hat.

Bis zum Ende der Projektzeit soll ein funktionsfähiger Technologiedemonstrator hergestellt werden, der die interventionelle MR-Tomographie erlaubt und für die anschließende Kombination mit Röntgenbildgebung vorbereitet ist. Das Vorhaben wird gefördert durch das BMBF, Aktionsfeld „Gesundheitswirtschaft im Rahmenprogramm Gesundheitsforschung".

Quelle: idw – Informationsdienst Wissenschaft


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