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Orthohantaviren können grippeähnliche Erkrankungen, aber auch schwere Nierenschäden verursachen. © Dr_Microbe / iStock / Getty Images Plus

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Virologie: Orthohantaviren verändern Aufbau und Organisation von Wirtszellen

Ein Essener Forschungsteam zeigt im Detail wie das Puumala-Virus menschliche Zellen strukturell umbaut, um sich dort zu vermehren.

Orthohantaviren, wie das in Europa verbreitete Puumala-Virus, können grippeähnliche Erkrankungen, aber auch schwere Nierenschäden verursachen und gelten als zunehmende zoonotische Bedrohung. Ein Forschungsteam der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und des Universitätsklinikums Essen hat neue Einblicke gewonnen, wie diese Viren die innere Struktur ihrer Wirtszellen verändern.

RNA und Virusproteine im Fokus

Die kürzlich im Journal of General Virology veröffentlichte Studie zeigt wo sich virale RNA und Virusproteine in infizierten Zellen befinden und wie sie mit zellulären Strukturen interagieren. Gelungen sind den Essener Forschenden diese Untersuchungen mithilfe hochauflösender, mehrfarbiger RNA-Mikroskopie in Kombination mit Immunfluoreszenz.

„Nach einer Infektion mit dem Puumala-Virus verändert sich die Architektur der Wirtszelle tiefgreifend: die Zahl der RNA-Verarbeitungszentren, der sogenannten P-bodies, nimmt deutlich zu und sie verlagern sich an den Zellrand“, erklärt Dr. Roland Schwarzer, Arbeitsgruppenleiter am Institut für die Erforschung von HIV und AIDS-assoziierten Erkrankungen.

Zytoskelett wird stark umgebaut

„Gleichzeitig werden Teile des Zytoskeletts – Aktinfilamente und Mikrotubuli – stark umgebaut und treten nun verstärkt um den Zellkern herum auf.“ Während das umgebaute Zytoskelett dem Virus möglicherweise hilft, die Infrastruktur der Wirtszelle für seine Vermehrung zu nutzen, könnten die Veränderung der P-Bodies auch eine Gegenstrategie der Wirtszelle sein, um die virale RNA abzubauen, spekulieren die Autor:innen.

Die Ergebnisse tragen wesentlich zum Verständnis bei, wie Orthohantaviren die innere Architektur ihrer Wirtszellen beeinflussen. Langfristig könnten diese Erkenntnisse helfen, neue Ansatzpunkte für antivirale Therapien zu identifizieren.

Quelle: Universitätsklinikum Essen


Originalpublikation: Hannah Sabeth Schwarzer-Sperber et al.; Remodelling of P-bodies and the cytoskeleton by Orthohantavirus puumalaense (Puumala virus); Journal of general virology, Vol 107, Issue 2, 2026, DOI: 10.1099/jgv.0.002220


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