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Studie zu Behandlungsmöglichkeiten beim Glioblastom

Trotz intensiver Behandlung aus Operation, Strahlen- und Chemotherapie beträgt die durchschnittliche Glioblastom-Lebenserwartung nur etwas mehr als ein Jahr. © Christoph Burgstedt / istock / Getty Images Plus

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Tumortherapiefelder: Studie zu Behandlungsmöglichkeiten beim Glioblastom

Das Glioblastom ist ein meist im späten Erwachsenenalter auftretender, aggressiver Gehirntumor. Bereits zwei Jahre nach der Diagnose sind nur noch 13,6 % der Betroffenen am Leben. Die Standardbehandlung besteht aus einer Operation, gefolgt von Bestrahlung und Chemotherapie. Ergänzend stehen neuerdings auch Tumortherapiefelder (TTF), eine neue, auf Elektrostimulation basierende Behandlungsmethode, zur Verfügung.

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat deshalb geprüft, ob die TTF neu diagnostizierten Patientinnen und Patienten Vorteile bietet, wenn sie zusätzlich zur Standardtherapie eingesetzt wird. Wie die Ergebnisse einer jüngst publizierten Studie zeigen, ist dies tatsächlich der Fall: Demnach überleben Betroffene länger.

Und obwohl die TTF belastend ist, beeinträchtigt sie die Lebensqualität nicht. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte das Institut mit der Nutzenbewertung in einem beschleunigten Verfahren (Rapid Report) beauftragt, nachdem im Dezember 2017 die Ergebnisse einer Studie veröffentlicht worden waren.

Dabei handelt es sich um eine weltweit an insgesamt 83 Zentren durchgeführte, randomisierte kontrollierte Studie mit insgesamt 695 neu diagnostizierten Patientinnen und Patienten (EF-14-Studie). Alle erhielten, jeweils nach Operation oder Biopsie sowie Radiotherapie, das Chemotherapeutikum Temozolomid. Zwei Drittel von ihnen (466) wurde zusätzlich mit TTF behandelt.

Elektrostimulation über Keramik-Gelpads

Die Studie lief über 24 Monate, für den Endpunkt Sterblichkeit (Mortalität) gab es aber bereits nach 18 Monaten eine Zwischenauswertung. Aufgrund positiver Ergebnisse bei dieser Analyse war es den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in der Kontrollgruppe daraufhin freigestellt, in den TTF-Studienarm zu wechseln. Tumortherapiefelder sind eine nicht invasive Behandlungsmethode, die mithilfe von elektrischen Wechselfeldern das Tumorwachstum hemmen soll.

Die Elektrostimulation erfolgt über Keramik-Gelpads am Kopf. Damit ein direkter Hautkontakt möglich ist, muss die Kopfhaut rasiert sein. Der Strom kommt aus einem tragbaren Feldgenerator. Die Patientinnen und Patienten können die TTF selbst anwenden, und zwar möglichst 18 Stunden pro Tag.

Die Daten zur Sterblichkeit aus dieser einen Studie zeigen, dass die zusätzlich mit TTF behandelten Patientinnen und Patienten im Mittel (Median) fast fünf Monate länger lebten als ohne TTF. Was die Symptomatik betrifft (Morbidität), trat in der TTF-Gruppe häufiger Jucken der Haut auf.

Ergebnisse der Studie nicht auf alle Patientinnen übertragbar

Dagegen fielen die Ergebnisse bei der „kognitiven Leistungsfähigkeit“ und den „Aktivitäten des täglichen Lebens“ besser aus als ohne zusätzliche Elektrostimulation. Weder Vorteile noch Nachteile haben die Tumortherapiefelder der Studie zufolge in Hinblick auf die Endpunkte „gesundheitsbezogene Lebensqualität“ und „soziale Funktion“.

Das ist deshalb bemerkenswert, weil die TTF selbst für die Betroffenen belastend sein kann. Denn sie müssen die längste Zeit des Tages eine optisch auffällige, mit einem Kabelstrang verbundene Haube auf dem Kopf tragen und eine Tasche oder einen Rucksack für den Generator dabeihaben. Allerdings lassen sich die positiven Ergebnisse der einen Studie nicht auf alle Patientinnen und Patienten mit Glioblastom übertragen.

Denn die Teilnehmerinnen und Teilnehmer befanden sich in einem vergleichsweise guten körperlichen Zustand, der es ihnen ermöglichte, ihren Alltag ohne größere Einschränkungen zu gestalten. Zudem war sichergestellt, dass alle das Chemotherapeutikum vertrugen. In der Gesamtschau sieht das Institut einem Hinweis auf einen höheren Nutzen der TTF im Vergleich zur Standardtherapie.

Quelle: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)


Hier geht es zum Rapid Report.


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