Zöliakie ist eine chronische Erkrankung des Dünndarms, von der in Deutschland rund 800 000 Menschen betroffen sind. Jedoch wird die Erkrankung nur bei einem kleinen Teil der Betroffenen diagnostiziert, denn häufig kommt es zu atypischen Verläufen, was die Diagnose erschweren kann.
Verursacht werden die Beschwerden durch das Klebereiweiß Gluten, das in Getreidesorten wie Weizen, Dinkel, Roggen und Gerste enthalten ist. Aus Anlass der Aktionswoche zum Welt-Zöliakie-Tag laden die Kinder- und Erwachsenengruppen der Deutschen Zöliakie Gesellschaft e.V. (DZG) Ulm/Neu-Ulm/Alb-Donau-Kreis in Kooperation mit der Ulmer Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin Ärzte, Ernährungsfachkräfte, Betroffene und Angehörige zu einem Symposium rund die Autoimmunkrankheit ein.
Auf dem Programm steht u.a. der Erfahrungsbericht einer Mutter, bei deren Kind die Erkrankung diagnostiziert wurde. Weitere Themen sind die neue Informationsverordnung für Lebensmittel, die aktuellen medizinischen Leitlinien zur Behandlung der Erkrankung und genetische Hintergründe.
„Mama, darf ich das essen?“
Bei jedem Menschen zeigt die Erkrankung Zöliakie ein anderes Bild, die Beschwerden reichen von Bauchschmerzen über Schlaflosigkeit bis hin zu Wesensveränderungen. Daher dauert es oft Jahre, bis die Krankheit diagnostiziert wird. Einzige Therapie ist dann die strenge und lebenslange glutenfreie Ernährung.
„Das ist für Kinder, aber auch für Erwachsene im Alltag schwierig, denn nicht nur in Brot und Kuchen, sondern auch in Würstchen, Schokoriegeln und fast allen fertigen Gerichten ist oft Gluten enthalten“, erzählt Dr. Julia Mühlberger, Ärztin am Institut für Humangenetik der Universität Ulm. Nachdem bei ihrem Sohn die Erkrankung diagnostiziert wurde, belebte sie spontan die DZG-Kindergruppe in der Region neu. „Für die Kinder ist es wichtig zu wissen, dass sie nicht allein sind, dass auch andere Kinder immer fragen müssen ‚Mama, darf ich das essen?‘“, begründet Dr. Mühlberger ihr Engagement.
Für Erwachsene gibt es bereits seit längerem eine Gruppe in der Region, die von Maria Brandstätter geleitet wird. „Zusammen wie selbstverständlich glutenfrei zu essen, ist für alle eine gute Erfahrung. Ein Fortschritt ist für uns auch die neue Informationsverordnung für Lebensmittel. Wir wollen wissen, was wir essen, denn das bringt uns einem normalen Leben einen Schritt näher.“ Dieses Thema wird sie auch auf dem Symposium vorstellen.
Quelle: Universitätsklinikum Ulm
Das Symposium finden Sie auch in unserer Rubrik „Termine".




