Einem Team von Virologen des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) ist es gemeinsam mit der Technischen Universität Braunschweig und dem Biotech-Unternehmen Yumab gelungen, künstlich hergestellte Antikörper zu identifizieren, die das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 neutralisieren.
Die Forscherinnen und Forscher haben dafür mehr als 6000 künstlich hergestellte menschliche Antikörper untersucht. Das auf dem Science Campus Braunschweig-Süd angesiedelte Unternehmen Yumab, eine Ausgründung der Technischen Universität Braunschweig, ist auf die biotechnologische Antikörperproduktion spezialisiert.
Im ersten Schritt entdeckten die Wissenschaftler mehr als 700 Kandidaten, die an das Coronavirus binden. Diese testeten sie in den Sicherheitslaboren des HZI, ob sie das Eindringen der Viren in Zellen verhindern können. Die Neutralisation ist entscheidend dafür, ob ein Antikörper die Virusinfektion bekämpfen kann.
Sicherheitsprüfungen vor Anwendung
„Wir haben bei uns am HZI mit einem Labor der biologischen Sicherheitsstufe 3 sowohl die Infrastruktur als auch die Expertise für diese Studien“, sagt Prof. Luka Cicin-Sain, Leiter der Abteilung „Immunalterung und Chronische Infektionen“. Mit seinem Team konnte er aus den Antikörpern von Yumab einen Kandidaten identifizieren, der SARS-CoV-2 effizient neutralisiert und die Aufnahme in die Zellen verhindert.
Dies stoppt die Verbreitung des Erregers im Körper. Dieser Antikörper muss nun noch zahlreiche Sicherheitsprüfungen durchlaufen, bevor er in Patienten zum Einsatz kommen kann. „Wir gehen davon aus, dass klinische Studien im Herbst beginnen“, sagt Cicin-Sain. Der Durchbruch bei der Entwicklung von Antikörpertherapien beruht auf der Kombination der in Braunschweig vorhandenen Expertise zur Antikörperherstellung und Virusneutralisation.
„Ich freue mich außerordentlich über diesen großen Erfolg der niedersächsischen Forschungseinrichtungen, der auf bessere Heilungserfolge bei Covid-19 hoffen lässt“, sagte der niedersächsische Wissenschaftsminister Björn Thümler gegenüber der Braunschweiger Zeitung.
Quelle: Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI)
Weitere Informationen zur Antikörpertechnologie finden Sie auf der Homepage von Yumab.






