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Abbildung von Speisepilz

Eine Allergie gegen Speisepilze ist selten. Bei bestehender Schimmelpilzallergie können jedoch kreuzreagierende Allergene beim Verzehr von Pilzen allergische Reaktionen auslösen. © Servet TURAN / iStock / Getty Images Plus

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Nahrungsmittel: Allergische Reaktion beim Verzehr von Pilzen

Allergische Reaktionen auf Pilze können unterschiedliche Ursachen haben. Die hier betrachteten Studien befassen sich mit der IgE-vermittelten Nahrungsmittelallergie nach dem Verzehr von Speisepilzen sowie deren Zusammenhang mit einer bestehenden Schimmelpilzallergie.

Eine echte Allergie gegen Speisepilze ist eher selten. Wenn Menschen jedoch bereits allergisch auf Schimmelpilze wie Alternaria, Aspergillus oder Penicillium reagieren, kann es beim Essen von Pilzen aufgrund kreuzreagierender Allergene zu einer Reaktion kommen.

Diese durch IgE-vermittelte allergische Reaktion, auch als Fungus Food Allergy Syndrome oder Pilz-Lebensmittelallergie-Syndrom (FFAS) bezeichnet, kann von milden Symptomen im Mund- und Rachenraum, Schwellungen im Gesicht, Bauchschmerzen bis hin zu einer lebensbedrohlichen Anaphylaxie reichen. Schwere anaphylaktische Reaktionen sind beschrieben, treten nach der bisherigen Datenlage jedoch eher selten auf.

Ursache der allergischen Reaktion

Pilze sind mehrzellige Organismen und bilden neben Tieren und Pflanzen ein eigenes Reich. Es gibt über 100 000 beschriebene Pilzarten, viele sind auch Bestandteil des menschlichen Mikrobioms. Pilze pflanzen sich häufig über Sporen fort, die sich in der Luft befinden.

Bei nachfolgenden Speisepilzen wurden bereits allergische Reaktionen beschrieben: Champignons, Shiitake Pilze und Austernpilze. Aber auch durch Pilze hergestellte Lebensmittel können allergische Reaktionen hervorrufen, wie Schimmelkäse oder fermentierte Lebensmittel, sowie durch Lebensmittel, welche unbeabsichtigt mit Pilzen in Berührung gekommen sind.

Die einzelnen Pilzarten besitzen verschiedene Proteine beziehungsweise Proteinanteile in Enzymen, die vom menchlichen Körper als Fremdeiweiße erkannt werden und als Allergene wirken können. Diese Eiweiße wie in Mangan-Superoxiddismutase, Mannitol-Dehydrogenase, Enolase oder die Cyclophiline und verschiedene Hitzeschockproteine kommen in Schimmelpilzen wie auch Speisepilzen vor und können als kreuzreagierende Eiweiße aktiv sein.

Dabei zeigen sich je nach Sensibilisierung auf einen Schimmelpilz auch unterschiedliche Kreuzreaktionen. Für das menschliche Immunsystem erscheinen die pilzeigenen Eiweiße ähnlich und es reagiert darauf, egal, in welchem Pilz es sich befindet.

Betroffene entwickeln zuerst eine Atemwegsallergie gegen vorhandene Schimmelpilze. Beschwerden nach dem Verzehr von Pilzen treten erst später auf. Eine Sensibilisierung gegen das Pilzallergen findet im Vorfeld inhalativ über die Atemwege statt und kann dann beim Verzehr zu einer allergischen Kreuzreaktion führen.

Diagnostik und Behandlung

Besteht der Verdacht auf eine solche Kreuzallergie, ist es nicht leicht, diese zu diagnostizieren. Dies liegt an den verschiedenen Kreuzallergenen und den verschiedenen Eiweißen, die an solch einer Reaktion beteiligt sein können. Standard-Tests reichen häufig nicht aus und es bedarf spezialisierter allergologischer Untersuchungen.

Neben einer ausführlichen Anamnese empfiehlt sich ein Hauttest, der sogenannte Prick-Test, mit frischen Pilzen sowie eine IgE-Bestimmung. Unter ärztlicher Aufsicht ist auch eine kontrollierte orale Provokation möglich. Zukünftig dürften eine komponentenbasierte Diagnostik sowie molekulare Allergiediagnostik eine größere Rolle spielen, um eine solche Kreuzreaktion sicher zu erkennen.

Die Behandlung richtet sich nach der Schimmelpilzallergie. Entscheidend ist jedoch das Meiden der auslösenden Lebensmittel. Eine bekannte Schimmelpilz-Allergie kann behandelt werden. Für schwere Reaktionen empfiehlt sich das Mitführen eines Notfallmedikaments, um eine Anaphylaxie zu vermeiden.

Unzureichende Studienlage

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine allergische Reaktion auf den Verzehr von Speisepilzen sehr selten ist. Wegen der geringen Datenmenge fehlen auch noch klinische Studien mit größeren Patientengruppen. Besonders Menschen mit einer Schimmelpilzallergie haben ein erhöhtes Risiko aufgrund von Kreuzreaktionen, allergische Symptome nach dem Verzehr von Speisepilzen zu entwickeln.

Da die Daten überwiegend aus Einzelfallberichten und kleinen Fallserien stammen, sind weitere Studien notwendig, um die beteiligten Allergene und individuelle Risikofaktoren besser zu verstehen.

Heike Lachnit


Quellen:

  • Xing, Haiyan, Wang, Jianyong, Sun, Yuemei, Wang, Hongtian; Recent Advances in the Allergic Cross-Reactivity between Fungi and Foods; Journal of Immunology Research, 2022; DOI: 10.1155/2022/7583400
  • Ru Y, Li J, Yi X, Li L, Xu Y, Bian S, Pan Z, Guan K.; A Case Report of Anaphylaxis Induced by Mushroom (Hypsizygus marmoreus) in a Mold-Allergic Patient; J Asthma Allergy, 2025; DOI: 10.2147/JAA.S559995

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