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Chronische Autoimmunerkrankung greift innere Organe an

Die meisten Personen mit SLE leiden zusätzlich unter Entzündungen an den Sehnen, der Muskulatur sowie an den Finger-, Hand- und Kniegelenken. © Witthaya Prasongsin / iStock / Getty Images Plus

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Systemischer Lupus erythematodes: Chronische Autoimmunerkrankung greift innere Organe an

Beim systemischen Lupus erythematodes (SLE) handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, die zu den Kollagenosen zählt. Die Krankheit ist weltweit verbreitet und beginnt meist zwischen dem 15. und 50. Lebensjahr.

Der kutane Lupus erythematodes wurde 1846 von dem österreichischen Arzt Ferdinand von Hebra (1816 – 1880) beschrieben, wenige Jahre später entdeckte der ungarische Mediziner Moriz Kaposi (837 – 1902) die systemische Form. Beim SLE greift das körpereigene Immunsystem aus nicht geklärten Gründen die Organe an und verursacht dort Entzündungen. Im Gegensatz zu kutanen Formen betrifft die systemische Variante also nicht nur die Haut, sondern kann theoretisch jedes Organ schädigen.

Unspezifische Symptome

Zu Beginn der Erkrankung fühlen sich Betroffene müde, verlieren an Gewicht und leiden unter Fieber, Haarausfall sowie Lymphdrüsenschwellungen. Patienten fallen mit schmetterlingsförmigen Rötungen an Wange und Nase auf, die Haut schuppt und ist oft wund. Der Ausschlag im Gesicht ähnelt Wolfsbissen, daher die Bezeichnung Lupus (= Wolf). Die Hautsymptome entwickeln sich in der Regel zwei bis drei Wochen nach Sonnenexposition, sie erscheinen nicht nur im Gesicht, sondern auch an anderen Stellen wie dem Brustkorb, dem Handrücken oder an den Fingern.

In den meisten Fällen heilen sie vollständig und narbenfrei ab. Häufig sind das Herz (in Form von Herzbeutelentzündungen) und die Nieren (Einschränkungen der Nierenfunktion bis hin zum Nierenversagen) beteiligt. Die meisten Personen mit SLE leiden zusätzlich unter Entzündungen an den Sehnen, der Muskulatur sowie an den Finger-, Hand- und Kniegelenken. Im Blut äußert sich der SLE unter anderem durch das Auftreten der sogenannten Antinukleären Antikörper (ANA), die zur Diagnostik hilfreich sind. Gelegentlich kommt es durch die Entzündung kleiner Gefäße zu einer Lupuspneumonie, also zu einer Lungenentzündung.

In manchen Fällen ist auch das Nervensystem beteiligt, was sich etwa durch Krampfanfälle oder Depressionen bemerkbar machen kann. Die Ausprägung des SLE sowie das Krankheitsgeschehen variieren von Patient zu Patient stark und nicht jeder leidet unter der gesamten Bandbreite an Symptomen. Besonders gefürchtet sind zum einen das Multi-Organ-Versagen, zum anderen die Glomerulonephritis, die trotz Behandlung häufig zum Tod durch Nierenversagen führt.

Multifaktorielles Geschehen

Man geht davon aus, dass verschiedene Triggerfaktoren die Erkrankung begünstigen. Die kutane Form des Lupus entwickelt sich unter Umständen nach Bissverletzungen, Verbrennungen, durch eine Nickelkontaktdermatitis sowie durch regelmäßigen Tabakkonsum. In einer Studie konnte nachgewiesen werden, dass UVA- und/oder UVB-Bestrahlung die Entstehung der Hautläsionen fördert.

Einige Gene sowie bestimmte Arzneimittel (wie etwa Terbinafin, Diltiazem oder Hydrochlorothiazid) werden ebenfalls verdächtigt, Lupus erythematodes auszulösen. Auch Infektionen mit Parasiten, Viren oder Bakterien stehen mit der Autoimmunerkrankung im Zusammenhang, ebenso wie hormonelle Veränderungen (zum Beispiel in der Schwangerschaft oder durch die Einnahme von Kontrazeptiva).

Behandlung des Lupus

Die Therapie richtet sich nach dem Erscheinungsbild der chronischen Erkrankung. Antimalariamittel gehören zur Basismedikation, da sie sich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken, Gelenk- und Hautprobleme verbessern, die Nieren schützen und das kardiovaskuläre Risiko senken.

Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) sind beispielsweise bei Gelenkentzündungen hilfreich, während lokale oder systemische Steroide unter anderem die Hautsymptome lindern. Auch die Wirkstoffe Tacrolimus, Leflunomid, Azathioprin, Methotrexat oder der monoklonale Antikörper Belimumab kommen bei Lupus erythematodes zum Einsatz.

Martina Görz


 

Literatur:


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