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Mikroskop im Labor und Gewebeschnitt im Hintergrund.

Drei typische histologische Artefakte entstehen bei Fixierung, Schnitt und Färbung und lassen sich durch korrektes Arbeiten im Labor gezielt vermeiden. © romaset / iStock / Getty Images Plus

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Histologie: Drei häufige Artefakte und wie man sie vermeidet

Wer im Histolabor arbeitet, weiß, dass die Herstellung histologischer Schnittpräparate mit vielen Arbeitsschritten verbunden ist. Eine Begegnung mit dem Fehlerteufel bleibt dabei leider nicht aus und so kann es unter anderem zur Bildung von Artefakten im Gewebe kommen.

Als Artefakte bezeichnet man in der Histologie künstlich entstandene Strukturen, die im Gewebe eigentlich nicht vorhanden sind und eine mikroskopische Beurteilung beeinträchtigen. Bereits eine vermeintlich harmlose Luftblase unter dem Deckglas kann das Schnittpräparat „blind“ machen und dem Untersucher die Sicht nehmen.

Fixierungsartefakte vermeiden

Die Konservierung von Gewebe in einer entsprechenden Fixierlösung ist Grundvoraussetzung für die Verarbeitung von Gewebeproben und folglich einem einwandfreien Analyseergebnis. Ist diese Voraussetzung nicht gegeben, kommt es zur Autolyse. Dies führt zu Artefakten, die sich durch morphologische Veränderungen im Gewebe zeigen.

So ist autolytisch verändertes Gewebe mikroskopisch beispielsweise durch ein Anschwellen der Zellen, einem zunehmend azidophilen Zytoplasma sowie Veränderungen an den Zellkernen erkennbar. Diese Veränderungen erschweren eine Diagnose oder machen sie sogar unmöglich.

Um Fixierungs-Artefakte zu verhindern, müssen Gewebeproben direkt nach der Entnahme in ausreichend Fixiermittel eingelegt werden. Da dieser Teil der Präanalytik meistens bereits in den Einsenderlaboren stattfindet, empfiehlt sich eine Handreichung mit genauen Richtlinien für die Kollegen. Hohlorgane wie zum Beispiel ein Darm müssen spätestens im Labor zusätzlich eröffnet beziehungsweise aufgeschnitten werden, um ein vollständiges Durchdringen der Fixierlösung zu ermöglichen.

Schneideartefakte am Mikrotom

Beim Schneiden am Mikrotom entstehen häufig Artefakte in Form von Riefen. Riefen sind Kratzer und Schrammen im Gewebeschnitt, die meist schon makroskopisch sichtbar sind und sich über das gesamte Präparat erstrecken können. Sie sind das Ergebnis einer beschädigten Messerschneide.

Häufige Ursache für die Schädigung ist die unachtsame Handhabung der Messer, zum Beispiel durch direkten Kontakt mit einer Pinzette oder sogar einem Pinsel. Spätestens aber beim Schneiden durch verkalktes Material „leidet“ die Klinge. So befinden sich beispielsweise oft in myomatösem Uterusgewebe Kalkablagerungen als Folge degenerativer Veränderungen.

Die Anwendung einer Oberflächenentkalkung am angeschnittenen Gewebeblock kann die Qualität des Schnittpräparates deutlich verbessern. Manchmal reicht es aber schon aus, die Blockoberfläche leicht anzufeuchten. Dafür den Finger kurz in das warme Wasserbad tauchen und vorsichtig über die Anschnittfläche streichen. Durch die Feuchtigkeit quillt das Gewebe minimal auf, und das zu schneidende Gewebe wird geschmeidiger. Der Fehlerteufel ist damit in seine Schranken gewiesen.

Färbeartefakte durch mangelhafte Entparaffinierung

Für ein kontrastreiches Bild unter dem Mikroskop werden die Schnittpräparate gefärbt. Um das Eindringen der Farbstofflösungen zu ermöglichen, müssen Paraffinpräparate im Vorfeld entparaffiniert, umgangssprachlich „entwachst“ werden. Dafür werden sie zunächst in einen Wärmeschrank gestellt, um das „Wachs“ zu verflüssigen.

Anschließend durchlaufen die Schnitte zwei bis drei Küvetten mit einem Lösungsmittel zum Beispiel Xylol. Aber man ahnt es vielleicht schon: Auch hier wartet der Fehlerteufel nur auf seinen Einsatz. Eine mangelhafte Entparaffinierung führt zu Artefakten, die als fleckige Bereiche im Präparat bereits makroskopisch zu erkennen sind. Mikroskopisch zeigen sich zum Beispiel trübe, detailarme Zellkerne.

Wie kann das vermieden werden? Die Temperatur im Wärmeschrank von mindestens 56 °C muss stets „im Auge behalten“ werden. Erst wenn die Präparate „nass“ erscheinen, sind sie entnahmebereit und können in das Lösungsmittel eingestellt werden. Darin sollten die Schnitte gleichmäßig bewegt werden. Ein zu langes Verbleiben in der Lösung wirkt sich nicht negativ auf das Gewebe aus.

Die Entparaffinierungslösungen müssen regelmäßig erneuert werden. Im Rahmen der Wirtschaftlichkeit bietet es sich an, immer die am stärksten verunreinigte erste „Portion“ auszutauschen, die nachfolgenden Küvetten um eine Position nach vorne zu schieben und in der letzten Küvette frische Lösung zur Verfügung zu stellen.

Fazit

Um eine sichere und einwandfreie Diagnostik zu gewährleisten, besteht für Medizinische Technolog:innen die Herausforderung darin, die Entstehung von Artefakten rechtzeitig zu verhindern, sie bei ihrem Auftreten als solche zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zur Schadensbegrenzung zu ergreifen. Frei nach einem chinesischen Strategen: „Nur wer den Feind kennt, braucht den Ausgang nicht zu fürchten.“

Tanja Proehm


Quellen:


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