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Kind mit Asthma-Inhalator.

Asthma bronchiale ist eine der häufigsten chronischen Krankheiten im Kindesalter. © KatarzynaBialasiewicz / iStock / Getty Images Plus

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Krankheitsprozesse: Magen-Darm-Erkrankungen nach Asthma in der Kindheit

Dank der Auswertung riesiger Datenmengen ist es Forschenden des Universitätsklinikums Augsburg gelungen, einen Zusammenhang zwischen Asthma in der Kindheit und Magen-Darm-Erkrankungen im späteren Leben herauszufinden.

Asthma ist die häufigste, chronische Atemwegserkrankung bei Kindern und Erwachsenen. Es handelt sich um eine entzündliche Erkrankung der Atemwege. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist es die häufigste chronische Erkrankung weltweit und zählt etwa 235 Millionen Betroffene.

Im April 2022 veröffentlichte die Universität Augsburg zusammen mit dem Universitätsklinikum und der Universitätsmedizin Augsburg in der Zeitschrift BMC Medicine die Ergebnisse einer Studie, die einen Zusammenhang zwischen Asthma sowie Magen-Darm-Erkrankungen aufzeigt.

Auswertung riesiger Datenmengen

Eine Forschergruppe um Dr. Dennis Freuer am Lehrstuhl für Epidemiologie an der Uniklinik Augsburg wertete die Datensätze von 456 327 europäischen Teilnehmern aus und konnte somit einen Zusammenhang zwischen einer asthmatischen Erkrankung im Kindesalter sowie dem Auftreten verschiedener Magen-Darm-Erkrankungen wie die peptische Ulkuskrankheit, die gastroösophageale Refluxkrankheit, Morbus Crohn oder Reizdarmsyndrom feststellen. Eine Asthmaerkrankung kann das Risiko für diese Erkrankungen erhöhen.

Dr. Dennis Freuer ist ein Statistikexperte, der mit Formeln und Algorithmen die Datenmengen auswertete und dabei den Zusammenhang zwischen Asthma und den Magen-Darm-Erkrankungen herstellte. Bei der Auswertung schauten die Forschenden auf Zusammenhänge zwischen der Erbinformation sowie einer Asthmaerkrankung und auf Probleme des Verdauungstraktes.

Eine Ursache-Wirkungs-Beziehung war gegeben, wenn die genetische Information auf charakteristische Weise mit den beiden Erkrankungen zusammenhing. Da die Vererbungsgesetze auf Gregor Mendel zurückgehen, sprechen die Forschenden auch von einer Mendelschen Randomisierungsstudie.

Laut Freuer sei die Essenz der Studie der Nachweis, dass eine asthmatische Erkrankung in der Kindheit im späteren Leben zu gastrointestinalen Störungen führen kann. Dabei ist die Spannweite der Erkrankungen von einem Magengeschwür über Reflux bis hin zu Morbus Crohn recht weit.

Weitere Forschungen anstoßen

Für die Auswertung nutzte die Forschungsgruppe die Datenmenge von zwei großen genetischen Studien, in denen das komplette Erbgut hunderttausender Menschen nach Änderungen durchsucht wurde, die mit einer bestimmten Krankheit zusammenhängen.

Neben den großen Datenmengen braucht es dafür ebenfalls leistungsfähige Computer, die die Berechnungen durchführen und Ergebnisse liefern können. Auf diese Art und Weise ist es möglich, kausale Zusammenhänge zwischen verschiedenen Krankheiten zu finden.

Mit dieser Untersuchung konnte festgestellt werden, dass es Zusammenhänge zwischen der Atemwegserkrankung sowie den Magen-Darm-Erkrankungen gibt. Warum eine Atemwegserkrankung diese Krankheitsprozesse im Verdauungstrakt begünstigt, muss nun in einem weiteren Schritt genauer erforscht werden.

Doch bereits jetzt können die Eltern und die Ärzte, die Kinder mit Asthma behandeln, genauer hinschauen und auf Veränderungen im Magen-Darm-Trakt achten. Mit diesen Ergebnissen möchte Professorin Christa Meisinger vom Epidemiologischen Institut in Augsburg weitere Forschungsprojekte initiieren. Betroffenen kann durch diese Studie früher durch gezielt Therapieoptionen geholfen werden.

Heike Lachnit


Quellen:

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