Diese Pockenvariante wurde das erste Mal im Mai 2022 in Deutschland nachgewiesen und trat danach immer wieder in Deutschland und anderen europäischen Ländern auf. Nach einem Ausbruch Ende Juli 2025 wurde das Virus in 29 EU-Ländern nachgewiesen. Insgesamt gab es laut ECDC knapp 25000 Fälle. Im ersten Teil beschäftigen wir uns damit, was Mpox überhaupt ist.
Was ist Mpox?
Mpox ist eine seltene Virusinfektion, die durch das Orthopoxvirus, auch Monkeypox virus, hervorgerufen wird. Es handelt sich um ein umhülltes DNA-Virus, das mit den humanen Pockenviren (Variola) und den Kuhpocken verwandt ist. Die Bezeichnung „Affenpocken“ geht darauf zurück, dass die Erkrankung zuerst bei Affen nachgewiesen wurde. Man geht jedoch davon aus, dass Nagetiere und Hörnchen das eigentliche Reservoir der Viren sind.
Ursprünglich kam das Virus örtlich begrenzt vor, vor allem in West- und Zentralafrika. Dort wurde es meist durch Tierkontakt übertragen sowie engem körperlichen Kontakt zu Infizierten. Seit dem Ausbruch 2022 tritt vermehrt eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung auf und das Virus wird vor allem bei sexuellen Kontakten unter Männern übertragen.
Einteilung in Kladen
Genetisch werden die Mpox-Viren in zwei Kladen eingeteilt: Der Typ des Kongobecken oder auch „zentralafrikanische Clade“, die Klade I und der westafrikanische Typ Klade II. Die seit 2022 in Europa bekannt gewordenen Fälle gehen auf den westafrikanischen Typ Klade II zurück. Die Klade I gilt als ansteckender und gefährlicher als die Klade II. Auch verursacht sie eine höhere Sterblichkeit. Während die Klade I jedoch auf Zentralafrika beschränkt bleibt, breitet sich Klade II global aus.
Die Klade I wurde nun in Ia und Ib unterteilt, wobei die Ib-Variante noch ansteckender ist als die Ia. Durch die Klade-I-Ausbrüche hat die WHO 2024 die gesundheitliche Notlage ausgerufen und bisher nicht zurückgenommen. Die seit 2022/23 weltweit auftretende Mensch-zu-Mensch-Übertragung wird der Unterlinie Klade IIb zugeordnet.
Symptome und Diagnose
Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 6 bis 13 Tage, kann aber bis zu 21 Tage dauern. Eine Mpox-Infektion beginnt meist unspezifisch mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie geschwollenen Lymphknoten. Bereits einige Tage nach den ersten Symptomen entwickeln sich Hautveränderungen, die sich von Flecken zu Pusteln verändern, verkrusten und abfallen. Häufig treten die Veränderungen im Gesicht, in den Handflächen und auf den Fußsohlen auf, aber auch am Mund, den Genitalien sowie den Augen.
Komplikationen bei schweren Fällen können Hautinfektionen mit Geschwürbildung sein, Entzündungen des Gehirns, Lungenentzündung oder auch Augeninfektionen mit Sehverlusten. Todesfälle sind selten, die meisten Erkrankten genesen innerhalb weniger Wochen. Bei Neugeborenen, Kindern, Schwangeren, alten Menschen und Menschen mit Immunschwäche besteht ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf.
In der Differentialdiagnostik müssen andere Infektionen wie Windpocken, Herpes zoster oder Herpes simplex sowie andere Pockenvirusinfektionen ausgeschlossen werden. Mittels real-time-PCR lässt sich eine Mpox-Infektion bisher am schnellsten nachweisen. Speziallabore sind in Deutschland in der Lage, auch die entsprechende Klade zu identifizieren. Eine Identifizierung der spezifischen Pocken über ein Elektronenmikroskop ist nicht möglich. Eine weitere Identifizierung gelingt über einen serologischen Nachweis durch Bestimmung der Antikörper im Immunfluoreszenztest. Antikörper sind in der Regel in der Woche nach dem Auftreten von Läsionen im Blut nachweisbar.
Heike Lachnit
Quellen
- Bundesministerium für Gesundheit: Informationen zum Mpox-Virus
- Robert Koch Institut: Mpox (früher Affenpocken)
- European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC): Communicable Disease Threats report 26.Juli -01. August 2025
- Caitlin Pley et al.; Clade I mpox vaccination: strategies for deployment and evaluation; eBioMedicine, September 2025, DOI: 10.1016/j.ebiom.2025.105890
- Frankfurter Rundschau: Mpox-Variante breitet sich rasch aus: Experten warnen vor Pandemie-Risiko
- Frankfurter Rundschau: Mehr Fälle von Mpox – aber Experte bislang gelassen
- Deutschlandfunk: MPox: Warum das Pandemie-Risiko gering ist





