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abbildung von schimmelpilz-kulturen in petrischale

Schimmelpilze kommen fast überall vor und können allergische Reaktionen auslösen. © Dr_Microbe / iStock / Getty Images Plus

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Allergologie: Schimmelpilzallergie erkennen und Beschwerden lindern

Eine Pilzallergie kann sich auf verschiedene Arten äußern. Zum einen gibt es die Nahrungsmittelallergie beim Verzehr von Speisepilzen und zum anderen die allergische Reaktion beim Vorhandensein von Schimmelpilzsporen, eine Umweltallergie. In dieser Übersicht geht es um die Umweltallergie durch Schimmelpilzsporen.

Menschen mit allergischer Rhinitis oder Asthma sollten an Schimmelpilze als mögliche Ursache denken. Die Beschwerden betreffen zwar häufig die Atemwege, können aber auch auf der Haut oder im Verdauungstrakt auftreten. Das Immunsystem zeigt eine Überreaktion auf die Sporen der Schimmelpilze. Sie kommen quasi überall in der Umwelt vor, in der Luft, der Erde, in den Wohnungen sowie auf Nahrungsmitteln. Schimmelpilze vermehren sich besonders in feuchten Umgebungen.

Schimmelpilze als Verursacher allergischer Reaktionen

Schimmelpilze gehören nach Hausstaubmilben und Blütenpollen zu den wichtigsten Auslösern von Atemwegsallergien. Beim Kontakt kommt es häufig zu Reizungen der Augen sowie der Atemwege. Gelangen die Sporen über die Nahrung in den Verdauungstrakt, kann dies zu Übelkeit, Unwohlsein und Durchfall führen.

Über 110 000 Schimmelpilzarten sind bekannt und rund 400 gelten als potenziell sensibilisierend. Mit dem Pricktest, der in der Diagnose eingesetzt wird, können 30 bis 40 verschiedene Schimmelpilzarten nachgewiesen werden. Zur wichtigsten Quelle für Pilzallergene zählt vor allem der Pilz Alternaria alternata. Er enthält Protein Alt a 1, das ein hohes allergisches Potenzial hat, dazu hitzeresistent und unempfindlich gegen proteolytischen Abbau ist.

Weitere Schimmelpilze, die allergische Reaktionen verursachen können, sind Aspergillus fumigatus, Cladosporium herbarum sowie Penicillium notatum. Rund zehn Prozent der erwachsenen europäischen Bevölkerung sind gegen diese Schimmelpilze sensibilisiert. Rund 80 Prozent der amerikanischen Asthmapatienten weisen eine Pilzsensibilisierung auf.

Diagnose von Schimmelpilzallergien

Beim oben genannten Pricktest werden verschiedene Extrakte aus biologischem Material auf die Haut aufgetragen. Anschließend wird beurteilt, ob eine allergische Hautreaktion auftritt. In den letzten Jahren nehmen die molekularen Diagnoseverfahren zu. Das genannte Allergen Alt a 1 ist seit über 20 Jahren bekannt und mehr als 80 Prozent der Schimmelpilzallergiker reagieren auf diesen Bestandteil des Pilzes.

Insgesamt führt die WHO-Datenbank 113 Pilzallergene aus verschiedenen Proteinfamilien auf. Neben dem Alt a 1-Allergen gibt es bisher in der Liste zehn individualisierte Allergene aus fünf Schimmelpilzen, für die eine molekulare Diagnostik verfügbar ist. Dabei können verschiedene Pilzarten gemeinsam eine Sensibilisierung auslösen. Dadurch lässt sich häufig nicht eindeutig bestimmen, auf welche Pilzart die allergische Reaktion zurückzuführen ist. Solche multiplen Sensibilisierungen gehen häufig auch mit einer schlechten Asthmakontrolle einher.

Nach der Diagnose verordnet der Arzt in der Regel Antiallergika zur Linderung der Beschwerden. Diese gibt es in verschiedenen Darreichungsformen. Langfristig kann eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) infrage kommen.

Tipps zur Vermeidung von Schimmelpilzbefall

Neben der Therapie sollte auch die Belastung mit Schimmelpilzsporen im häuslichen Umfeld möglichst geringgehalten werden. Deshalb empfiehlt es sich, die Wohnung regelmäßig stoßzulüften. Besonders das Badezimmer muss nach dem Duschen oder Baden gelüftet werden, da sich Schimmelpilze vor allem in feuchten Umgebungen sehr gut vermehren.

Eine optimale Luftfeuchtigkeit liegt zwischen 40 und 60 Prozent. Um eine gute Luftzirkulation zwischen den Möbeln und den Zimmerwänden zu gewährleisten, können die Möbel mit Abstand an die Wände gestellt werden. Küchenabfälle sollten regelmäßig entsorgt und Obst sowie Gemüse im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Ein bereits vorhandener Schimmelpilzbefall muss fachgerecht beseitigt werden. Menschen mit einer Schimmelpilzallergie sollten Gartenarbeiten wie Rasenmähen möglichst vermeiden, da dabei große Mengen an Schimmelpilzsporen aufgewirbelt werden können.

Heike Lachnit


Quellen:


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