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Ist die Myokarditis schließlich diagnostiziert, ist vor allem eine konsequente körperliche Schonung notwendig. © wildpixel / iStock / Getty Images Plus

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Myokarditis: Symptome und Behandlung bei Herzmuskelentzündung

Das gefährliche an einer Herzmuskelentzündung ist, dass sie zum plötzlichen Herztod führen kann. Leiden Betroffene nach einem Infekt über einen längeren Zeitraum unter unspezifischen Beschwerden, wie etwa Müdigkeit und Abgeschlagenheit, sollte eine Myokarditis ausgeschlossen werden.

Eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) kann Menschen jeden Alters treffen, egal ob sie gesund sind oder unter Vorerkrankungen leiden. Meist entsteht sie aus einer verschleppten Viruserkrankung heraus. Doch auch bakterielle Infekte, giftige sowie ungiftige Substanzen oder Autoimmunerkrankungen gehören zu den möglichen Ursachen. Bei Autoimmunerkrankungen greift das eigene Immunsystem körpereigene Strukturen an, in diesem Fall die Herzmuskulatur.

Oft entzünden sich die Zellen im Muskelgewebe des Herzens aufgrund eines nicht auskurierten Infekts der Atemwege oder des Magen-Darm-Trakts. Problematisch ist, dass die Herzmuskelentzündung in vielen Fällen unbemerkt verläuft und Betroffene unter unspezifischen Symptomen leiden, wie etwa Müdigkeit, Herzklopfen, Schwächegefühlen oder Abgeschlagenheit.

Die Beschwerden werden zunächst mit dem bestehenden Infekt in Zusammenhang gebracht und erst hinterfragt, wenn sie über mehrere Wochen andauern. Manchmal treten bei einer Myokarditis auch Symptome auf, die einer Herzinsuffizienz ähneln, wie etwa Wassereinlagerungen in den Beinen oder Atemnot. Einige Patienten klagen hingegen über Herzrasen, Brustschmerzen oder über Herzrhythmusstörungen. Aufgrund der fehlenden typischen Symptome ist es für Ärzte schwierig, eine Herzmuskelentzündung auf Anhieb zu erkennen.

Schonung erforderlich

Ist die Myokarditis schließlich diagnostiziert, ist vor allem eine konsequente körperliche Schonung notwendig. Liegen zusätzlich bereits eine Herzinsuffizienz oder Herzrhythmusstörungen vor, werden diese entsprechend behandelt.

Was ist bei Athleten zu beachten?

Insbesondere Sportler möchten bei einer diagnostizierten Myokarditis wissen, wie lange sie sich körperlich schonen und auf Sport verzichten müssen. In der Leitlinie der „European Society of Cardiology“ (ESC) heißt es, dass es Monate dauern kann, bis eine Herzmuskelentzündung geheilt ist. Patienten sollten definitiv über einen Zeitraum von drei Monaten eine Trainingspause einlegen – ob dies ausreicht, hängt von den Befunden einer weiteren MRT ab. Liegen nach den ersten drei Monaten keine Symptome und keine Entzündungen mehr vor und sind das Belastungs-EKG sowie die MRT ohne Auffälligkeiten, dürfen Betroffenen wieder in den Sport einsteigen.

Prognose

In der Regel heilt eine Herzmuskelentzündung vollständig aus, wobei der Schweregrad der Beeinträchtigung der Herzfunktion eine Rolle spielt. Normalerweise sind Betroffene nach auskurierten virusbedingten Herzmuskelentzündungen vollständig gesund. Dennoch ist es wichtig, kardiologische Nachsorgeuntersuchungen durchführen zu lassen. Meist reicht ein Ultraschall des Herzens aus, um die Herzfunktion zu überprüfen. Lag allerdings eine schwere Form der Myokarditis vor, sollte eine MRT durchgeführt werden, um sicher zu gehen, dass die Entzündung vollständig abgeheilt ist.

Martina Görz 


Quellen: 

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