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Cremetube auf blauem Hintergrund.

In den Wechseljahren erhalten Patientinnen mitunter Befeuchtungsgele mit Östrogenen zur lokalen Anwendung. © AlxeyPnferov / iStock / Getty Images Plus

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Stress, Hormone & Co.: Warum Frauen von Zeit zu Zeit unter vaginaler Trockenheit leiden

Spüren Frauen ein Brennen, Jucken oder gar Schmerzen im Intimbereich, insbesondere beim Geschlechtsverkehr, könnte Scheidentrockenheit dahinterstecken.

Vaginale Trockenheit kann zu verschiedenen Beschwerden führen, wie etwa zu Brennen, Juckreiz, Schmerzen beim Wasserlassen, zu Beschwerden beim Geschlechtsverkehr sowie zu leichten Blutungen nach dem Sex. Darüber hinaus werden die Scheidenwände bei einer dauerhaften Scheidentrockenheit empfindlicher und durchlässiger, sodass Erreger wie Pilze oder Bakterien leichter in den Organismus gelangen.

Ursachen für vaginale Trockenheit sind beispielsweise hormonelle Umstellungen, die während und nach den Wechseljahren aufgrund des Östrogenmangels auftreten können. Die vaginale Schleimhaut wird nicht mehr ausreichend aufgebaut und stellt weniger Scheidensekret her, sodass die Vagina austrocknet und einreißen kann.

Hormonelle Veränderungen liegen auch in der Schwangerschaft sowie in der Stillzeit vor, sodass jüngere Frauen ebenfalls unter vaginaler Trockenheit leiden können. Zudem führt die Einnahme bestimmter Medikamente zu Scheidentrockenheit: Hormonelle Kontrazeptiva mit einem geringen Östrogenanteil oder Aromatasehemmer (Mittel gegen Brustkrebs, die die Produktion von Östrogenen hemmen) rufen bei einigen Frauen vaginale Trockenheit hervor.

Außerdem gilt die Scheidentrockenheit als Nebenwirkung bei der Einnahme von Antihistaminika, die als Schlafmittel eingesetzt werden sowie bei der Verwendung einiger Antidepressiva oder des Anticholinergikums Trospium (zur Behandlung von Inkontinenz). Auch aufgrund von Chemotherapien und Bestrahlungen des Unterleibs leiden Patientinnen gelegentlich unter Scheidentrockenheit.

Vaginale Trockenheit tritt darüber hinaus bei Frauen auf, die an den Eierstöcken operiert wurden, oder als Begleiterscheinung einiger Erkrankungen, wie etwa dem Sjörgren-Syndrom, bei Diabetes mellitus, Multiple Sklerose oder bei einer Endometriose.

Eierstöcken operiert wurden, oder als Begleiterscheinung einiger Erkrankungen, wie etwa dem Sjörgren-Syndrom, bei Diabetes mellitus, Multiple Sklerose oder bei einer Endometriose.

Weitere Risikofaktoren

Eine übertriebene Intimhygiene, Stress oder psychische Erkrankungen wirken sich negativ auf die Schleimhäute aus. Wer Probleme mit Scheidentrockenheit hat, sollte möglichst auf Kaffee und Nikotin verzichten, da die Genussmittel die Blutgefäße verengen und die Durchblutung vermindern.

Scheidentrockenheit kann in der Partnerschaft ein Problem werden, wenn die Frau beispielsweise Schmerzen beim Geschlechtsverkehr hat. Wichtig ist, dass sie dies dem Partner offen kommuniziert und sich das Paar bei langfristigen Problemen nicht scheut, professionelle Hilfe, etwa in Form einer Paartherapie, in Anspruch zu nehmen.

Therapie

Zur Linderung der Beschwerden kommen Vaginalzäpfchen, Gele und Cremes zum Einsatz, die befeuchtend wirken – sie enthalten häufig Hyaluronsäure und Glycerin. Gele dienen nicht nur der Befeuchtung, sondern können auch als Gleitgele beim Geschlechtsverkehr angewendet werden. In den Wechseljahren erhalten Patientinnen mitunter Befeuchtungsgele mit Östrogenen zur lokalen Anwendung.

Bei Scheidentrockenheit empfiehlt es sich, während der Periode auf Tampons zu verzichten, da diese zusätzlich austrocknen: Binden sind in diesem Fall die bessere Alternative. Von der Anwendung von in Joghurt getränkten Tampons ist ebenfalls abzusehen.

Wichtig ist auch, bei der Intimpflege nicht zu viel Seife zu verwenden, da es sich bei der Vagina um ein selbstreinigendes Organ handelt. Es reicht demnach aus, sich mit ein bisschen lauwarmen Wasser zu waschen. Insgesamt ist es wichtig, viel zu trinken, da die Schleimhäute auch aufgrund von zu wenig Flüssigkeit austrocknen können.

Martina Görz


Quellen:

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