Search
Generic filters
Branche
on
Was sich für MTA & Co. getan hat

Seit 2018 gilt der Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes (TVAöD) auch für Auszubildende zur Medizinisch-Technischen Assistenz (MTA). © kickimages / iStock / Getty Images Plus

|

Ausbildungsvergütung: Was sich für MTA & Co. getan hat

Seit dem 1. Januar 2019 erhalten betrieblich-schulische Auszubildende in kommunalen Krankenhäusern und Unikliniken eine Vergütung. Zuvor gab es für die Ausbildung keinen Lohn, was bedeutete, dass die jungen Menschen für ihre Lebensgrundlage vollständig alleine aufkommen mussten. Unterstützungsleistung konnte teilweise in Form von BAföG-Zuschüssen in Anspruch genommen werden.

Seit 2019 haben ver.di-Mitglieder Anspruch auf die Ausbildungsvergütung, wenn sie sich in einer Ausbildung bei einem Betrieb im Geltungsbereich einer der Tarifverträge befinden oder wenn ihr Anspruch individualrechtlich im Ausbildungsvertrag geregelt ist. Die Ausbildungsvergütungen werden dem Arbeitgeber refinanziert, wenn er eine gesetzliche Verpflichtung zur Zahlung dieser hat oder es einen Tarifvertrag gibt.

Die Tarifverhandlungen zwischen den in ver.di organisierten Azubis und der kommunalen Arbeitgeberverbände zogen sich. Noch im Sommer 2018 stießen die Auszubildenden mit ihren Forderungen und Streiks auf Widerstände bei der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (Tdl). Doch konnten sie im laufenden Jahr ihre Forderungen durchsetzen: Seit 2018 gilt der Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes (TVAöD) auch für Auszubildende zur Medizinisch-Technischen Assistenz (MTA) sowie für angehende Physiotherapeut/innen, Diätassistent/innen, Orthoptist/innen, Logopäd/innen und Ergotherapeut/innen.

Im Oktober 2018 konnte ebenfalls erreicht werden, dass mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) als auch mit der TdL Tarifverträge vereinbart wurden, die in den darin organisierten Betrieben gelten. Ähnliche Tarifverträge regeln Urlaubs- und weitere Freistellungsansprüche (z.B. für die Prüfungsvorbereitung), Arbeitszeiten sowie Jahressonderzahlungsansprüche. Auszubildende erhalten ihren Erholungsurlaub unter Fortzahlung des Ausbildungsentgelts – im Bereich des öffentlichen Dienstes sind es beispielsweise 30 Tage (bei der Verteilung der wöchentlichen Arbeitszeiten auf fünf Tage in der Kalenderwoche), im zweiten und dritten Ausbildungsjahr gibt es im Schichtdienst pauschal jeweils einen Tag Zusatzurlaub.

„Es benötigt dringend eine Modernisierung des Berufszulassungsgesetzes der Medizinisch-technischen AssistentInnen. Das ‚Gesamtkonzept Gesundheitsfachberufe‘ der Bund-Länder-Gruppe von Anfang des Jahres ist dabei ein guter erster Schritt", erklärt Diana Sgolik von ver.di. „Es ist Aufgabe des Gesetzgebers die Ausbildungsbedingungen gut zu regeln und Standards der Ausbildung, wie die Abschaffung der Schulgeldzahlungen, die Verpflichtung zur Zahlung einer angemessenen Ausbildungsvergütung und die Regelung eines Anspruchs auf Praxisanleitung durch dafür berufspädagogisch qualifiziertes Personal zu gewährleisten. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sollte dieses Konzept möglichst noch in diesem Jahr auf den Weg bringen."

„Seit dem Erfolg im öffentlichen Dienst, wurden viele ähnliche Tarifverträge durch ver.di geschlossen. Dabei war uns immer wichtig, dass die Auszubildenden selber aktiv an den Verhandlungen teilnehmen. Wir haben dabei Standards für die Ausbildung eingeführt, auf die es bisher keinen Anspruch der Auszubildenden gab. Darauf sind wir stolz (…)“, so ist in dem von ver.di geschlossenen Tarifvertrag klargestellt, dass: „(…)Der Ausbildende hat den Auszubildenden kostenlos die Ausbildungsmittel, die zur Ausbildung und zum Ablegen der staatlichen Prüfung erforderlich sind, zur Verfügung zu stellen“, teilt Sgolik außerdem mit.

Unterstützung durch BAföG?

Der Dachverband für Technologen/-innen und Analytiker/-innen in der Medizin Deutschland e.V. (DVTA) berichtet von Mitteilungen, dass in einigen Fällen das BAföG in Bezug auf die beabsichtigten Regelungen im TVAöD und TVA-L gestrichen wurde. Der Dachverband weist darauf hin, dass die Anrechnung allerdings voraussetzt, dass eine Vergütung aus einem Ausbildungsverhältnis gezahlt wird, ansonsten sei die Streichung oder Rückforderung von Schüler-BAföG nicht berechtigt. Auszubildende, die eine tarifliche Ausbildungsvergütung erhalten, seien hingegen nicht förderungsfähig, da die Vergütung in der Regel weit über der Freigrenze liegt.

Martina Görz


Quellen:

Newsletter abonnieren

Newsletter Icon MTA Blau 250x250px

Erhalten Sie die wichtigsten MTA-News und Top-Jobs bequem und kostenlos per E-Mail.

Mehr zum Thema

Journalistin mit Mikrofon in der Hand.
Mikrofon.

Das könnte Sie auch interessieren

Cremetube auf blauem Hintergrund.
Kind mit Asthma-Inhalator.
Arzt erklärt Patientin Röntgenaufnahme ihrer Lunge.