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Neue Entwicklungen in Deutschland

Die aktive Fall­suche dient dazu, Tuber­kulose früh­zeitig zu entdecken und erkrankte Personen zu behandeln und so auch eine Weiter­ver­breitung zu verhindern. © KatarzynaBialasiewicz / iStock / Thinkstock

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Welttuberkulosetag 2016: Neue Entwicklungen in Deutschland

Anlässlich des morgigen Welttuberkulosetages hat das Robert-Koch-Institut (RKI) die neuen Erkrankungszahlen aus dem vorigen Jahr veröffentlicht. Nachdem die Tuberkulose-Fallzahlen in Deutschland mehrere Jahre stag­nier­ten, wurden 2015 ins­ge­samt 5.865 Fälle über­mittelt. Nach wie vor ist ein großer Teil (knapp 30 Prozent) der Tuberkulosepatienten in Deutsch­land ge­boren.

Der deut­li­che An­stieg der Er­kran­kungs­zahlen im Jahr 2015 gegen­über 2014 geht in erster Linie auf die aktive Fall­findung bei der gesetz­lich vor­ge­schrie­be­nen Unter­suchung von Asyl­su­chen­den zurück. Viele Asyl­suchende kommen aus Ländern mit hohen Tuberkulose­raten und haben daher ein höheres Erkrankungs­risiko.

Die aktive Fall­suche dient dazu, Tuber­kulose früh­zeitig zu entdecken und erkrankte Personen zu behandeln und so auch eine Weiter­ver­breitung zu verhindern. Die Zahl der Tuber­ku­losen, die durch die Unter­suchung von Asyl­suchenden nach §36 Infektions­schutz­gesetz diag­nos­ti­ziert wurden, betrug nach den dem Robert Koch-Institut aktuell vor­lie­gen­den Zahlen für das Jahr 2015 1.255 Fälle.

Im Jahr 2014 waren es 425, gut doppelt so viele wie 2013 (198 Fälle). „Die An­stren­gun­gen für die frühe Er­ken­nung, Be­hand­lung und Ver­mei­dung von Tuber­kulose sind daher wichtiger denn je“, unter­streicht Lothar H. Wieler, „Die Gesundheits­ämter müssen dafür aus­rei­chend aus­ge­stattet sein“, betont Wieler.

Kontaktpersonen besonders gefährdet

Eine ausführliche Auswertung der Tuberkulose-Situation für das Jahr 2014 enthält der „Bericht zur Epi­de­mio­lo­gie der Tuber­kulose in Deutsch­land für 2014“, den das Robert Koch-Institut im Dezember 2015 veröffentlicht hat. Gefährdet für eine Ansteckung sind in erster Linie enge Kontakt­personen von Erkrankten, nach längerem oder wieder­holtem Kontakt.

Das Ansteckungs­risiko nach ein­ma­li­gem, kurzem Kon­takt ist dagegen sehr gering. Auch gilt, dass nicht jeder Tuber­kulose-Erkrankte zwangsläufig infektiös ist. Bei knapp der Hälfte aller Tuber­kulose­patienten liegt keine ansteckende, offene Lungen­tuber­kulose, sondern eine andere Form der Tuberkulose vor. Unverändert wichtig sind daher auch die Um­ge­bungs­unter­su­chun­gen, eine weitere Form der aktiven, frühen Fall­findung und Prävention bei engen Kontakt­personen im Um­feld infek­tiöser Patienten.

Grund­sätzlich können aktive Fall­findungs­maß­nahmen allerdings nur dann ihre volle Wirkung entfalten, wenn die dabei entdeckten Er­kran­kun­gen an­schließend er­folg­reich behandelt werden. Die Sicher­stellung einer effi­zienten und voll­ständigen Therapie eins­chließ­lich der Über­mittlung des Therapie­er­geb­nisses ist von großer Bedeutung für eine wirk­same Tuber­kulose­kontrolle und er­for­dert eine koordinierte Zusammenarbeit von allen Beteiligten.

Quelle: Robert-Koch-Institut (RKI)


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