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Insektenschutzmittel wird auf die Haut gesprüht

Vor Ort in einem Zika-Gebiet ist Insektenschutz, also der Schutz vor Mückenstichen durch die Asiatische Tigermücke, der wichtigste Schutz. © galitskaya / iStock / Getty Images Plus

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Tigermücken: Zika-Virus noch nicht gefährlich für Deutschland

Das Zika-Virus ist für Kinder und Menschen selten eine ernsthafte Erkrankung, aber sehr gefährlich für einen Fetus, also ungeborene Kinder. Das Virus kommt überall in den Tropen und Subtropen vor. Übertragen wird es durch die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus), kann aber auch sexuell oder durch Transfusionen von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Die Asiatische Tigermücke breitet sich seit einigen Jahren in ganz Europa aus. Sie wird außerhalb der Tropen und Subtropen heimisch, weil die steigenden Temperaturen durch den Klimawandel dies begünstigen. Auch in Süddeutschland wurde die Asiatische Tigermücke bereits punktuell nachgewiesen.

Dennoch ist laut dem Robert Koch-Institut (RKI) die Gefahr niedrig, dass sich auch das Zika-Virus hier verbreitet. Bisher gab es keinen nachgewiesen Fall in Deutschland und es ist nicht hinreichend erforscht, ob die Bedingungen im Sommer eine Verbreitung der Zika-Viren begünstigen. Im Jahr 2019 gab es Zika-Infektionen in Südfrankreich, wo allerdings ein anderes Klima herrscht als in Deutschland.

Was ist das Zika-Virus?

Das Zika-Virus zählt zur Familie der Flaviviridae. Es sind verschiedene Isolate der Spezies Orthoflavivirus zikaense. Zum ersten Mal konnte das Virus 1947 aus einem Affen aus dem Zikawald in Uganda isoliert werden, daher die Namensgebung. Vor allem in Afrika sowie Südostasien kommt das Virus vor. Es wird durch den Stich der Asiatischen Tigermücke übertragen, kann aber auch sexuell oder durch Bluttransfusionen übertragen werden. Bei infizierten Männern konnte das Virus länger im Sperma als in anderen Körperflüssigkeiten nachgewiesen werden.

Die meisten Zika-Infektionen verlaufen ohne Symptome. Treten Symptome auf, können dies milde Formen von Gelenk-, Kopf- und Muskelschmerzen sein, Hautausschlag oder Fieber. Gefährlich wird das Virus bei Schwangeren, die das Virus über die Plazenta auf ihr ungeborenes Kind übertragen. Eine solche Infektion kann zu Fehlbildungen des Fötus führen, wie zum Beispiel einer Mikrozephalie, was sich in einem abnorm kleinen Kopf äußert. Bisher gibt es weder eine Impfung noch Medikamente gegen die Zika-Viren.

Informationen vor einer Reise

Vor einer Exkursion sollten sich Reisende informieren, ob sie in ein Zika-Gebiet reisen und sich dann reisemedizinische Beratung holen. Dies gilt besonders für schwangere Reisende oder Frauen, die eine Schwangerschaft planen. Schwangeren Frauen wird von einer Reise in Zika-Gebiete abgeraten. Frauen, die planen, schwanger zu werden, sollten nach einer Reise in einem Zika-Gebiet mindestens zwei Monate auf Sex verzichten, der zu einer Schwangerschaft führen könnte. Männliche Sexualpartner sollten nach der Rückkehr aus einer Zika-Region mindestens für drei Monate beim Sex ein Kondom benutzen.

Vor Ort in einem Zika-Gebiet ist Insektenschutz, also der Schutz vor Mückenstichen durch die Asiatische Tigermücke, der wichtigste Schutz. Dies geschieht zum einen durch das Auftragen von Insektenschutzmittel, durch das Tragen langer Kleidung sowie durch Bettnetze. Zudem sollten sich Reisende über die sexuelle Übertragung des Zika-Virus informieren.

Ansteckung in Deutschland möglich?

Auch wenn sich die Asiatische Tigermücke durch den Klimawandel und die steigenden Temperaturen in Europa sowie in Deutschland ausbreitet, stuft das Robert Koch-Institut die Gefahr einer Zika-Infektion in Deutschland als gering ein. Bisher gab es keine Ansteckung durch Mücken in Deutschland. Wenn es Fälle von Zika-Infektionen gab, betraf dies immer Reiserückkehrer oder es gab eine Verbindung zu Reiserückkehrern. In Süddeutschland gibt es Populationen der Asiatischen Tigermücke, doch diese braucht auch einen Herd mit Zika-Viren, um diese übertragen zu können. Dies ist bisher noch nicht geschehen. Daher kann aktuell auch keine Aussage dazu getroffen werden, ob das Zika-Virus in Deutschland überleben kann.

Dennoch zeigen verschiedene Daten, dass sich die Mücken durch den Klimawandel auch nach Europa ausbreiten. In Südfrankreich wurden seit 2019 schon mehrfach Zika-Infektionen nachgewiesen, welche auf dort heimische Tigermücken zurückzuführen waren. Eine Ansteckung über Reisen konnte nicht nachgewiesen werden.

Heike Lachnit


Quellen:

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