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Malaria-Parasit

Diagnostiziert wird die Erkrankung über die mikroskopische Untersuchung eines Bluttropfens. © CIPhotos / iStock / Getty Images Plus

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Tropenkrankheit: Malaria – auf dem Weg nach Europa?

Die lebensbedrohliche Erkrankung Malaria wird durch einzellige Parasiten, sogenannte Plasmodien verursacht, welche durch die dämmerungs- und nachtaktive Anopheles- Mücken übertragen werden. Malaria zählt zu den Tropenkrankheiten. Wissenschaftler schließen nicht aus, dass Malaria aufgrund des Klimawandels auch in Europa endemisch werden könnte.

Die Zahl der Malaria-Fälle stagniert seit Jahren und liegt laut WHO bei rund 245 Millionen Menschen. Rund 600 000 Menschen sterben jährlich an dieser Krankheit. Damit gehört Malaria weltweit zu den bedeutendsten Infektionskrankheiten. Am meisten ist Afrika mit 90 Prozent der Fälle betroffen, aber auch in Asien und Südamerika gibt es Erkrankungen. Aufgrund der zunehmenden Klimaerwärmung gehen Wissenschaftler davon aus, dass Malaria auch in Europa endemisch werden könnte. Bisher aufgetretene Fälle beruhen darauf, dass Reisende die Erreger mitgebacht haben. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist dabei nicht gegeben.

Wie äußert sich Malaria?

Die Anopheles- Mücken sind vor allem in der Nacht aktiv. Mit ihrem Stich übertragen sie die Plasmodien auf den Menschen. Es gibt vier verschiedene Plasmodienarten, die Malaria übertragen können. Sie unterscheiden sich unter anderem in den Inkubationszeiten, bis die Krankheit nach dem Stich ausbricht. Diese vier Plasmodienarten sind:

1. Plasmodium falciparum , welches die Malaria tropica auslöst
2. Plasmodium vivax und Plasmodium ovale, der Erreger der Malaria tertiana
3. Plasmodium malariae, der Erreger der Malaria quartana, bei der es teilweise Jahre dauern kann, bis die Erkrankung ausbricht
4. Plasmodium knowlesi, galt lange nur als Erreger bei Affen in Südostasien. Doch inzwischen konnte auch nachgewiesen werden, dass es Malaria bei Menschen verursacht

Die ersten Symptome einer Malariaerkrankung sind mit Fieber, Glieder- und Kopfschmerzen sowie einem allgemeinen Krankheitsgefühl recht unspezifisch. Infizierte denken an eine Grippe oder eine Magen-Darm-Erkrankung. Je nach Malaria-Art kann es jedoch im weiteren Verlauf zu starken Fieberschüben, Krampfanfällen über Bewusstseinstrübungen bis hin zum Koma kommen.

Vor allem Malaria tropica kann lebensbedrohlich werden. Es ist die gefährlichste der Malaria-Arten. Diagnostiziert wird die Erkrankung über die mikroskopische Untersuchung eines Bluttropfens, den sogenannten Dickens Tropfen, in dem Plasmodien nachgewiesen werden. Malaria muss schnell mit entsprechenden Medikamenten behandelt werden.

Reisende müssen sich schützen

Wer in die Tropen oder Subtropen reist, sollte sich im Vorfeld informieren, ob er in ein Malaria-Gebiet reist und wie er sich vor Mückenstichen schützen kann. Da die Anopheles- Mücken dämmerungs- und nachtaktiv sind, ist der Schutz genau in dieser Zeit wichtig.

Dies bedeutet ab der Dämmerung den Aufenthalt in mückensicheren Räumen, das Schlafen unter Moskitonetzen, welche zusätzlich mit insektenabtötenden Substanzen imprägniert sind sowie das Tragen langer Kleidung. Auch ein Repellent ist immer wichtig. Es gibt darüber hinaus Prophylaxe-Medikamente, welche einen Stich nicht verhindern, aber den Erreger direkt im Blut abtöten.

Malaria und der Klimawandel

Prof. Dr. Till Bärnighausen, Direktor des Heidelberger Instituts of Global Health, geht davon aus, dass sich aufgrund der zunehmenden Klimaerwärmung Mücken, die Krankheiten wie Malaria in den Tropen und Subtropen übertragen, auch im europäischen Raum endemisch werden können. Das bedeutet, dass sie sich in begrenzten Gebieten, in denen die Lebensbedingungen für sie stimmen, verbreiten. Daher beschäftigt sich Prof. Bärnighausen an der medizinischen Fakultät mit den globalen Dimensionen von Gesundheitsproblemen.

Dabei wäre dies nichts Neues, denn bis ins 20. Jahrhundert hinein war Malaria auch in Deutschland verbreitet. Die Anopheles- Mücken brauchen feuchte Gebiete, um sich zu vermehren. Diese Option wurden ihnen jedoch mit der Trockenlegung der Sümpfe genommen. Kommen nun die steigenden Temperaturen und Feuchtigkeit zusammen, können sich neue Vermehrungshabitate für die Mücken bilden. Dennoch weist Prof. Bärnighausen darauf hin, dass die Winter in Deutschland zu kalt sind, als dass sich die Plasmodien vermehren können.

Heike Lachnit


Quellen: 

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